Wie reden Psychotherapeuten über Klientinnen/Klienten
In der psychotherapeutischen Arbeit geht es um sehr persönliche Inhalte. Der Klient/die Klientin zeigt sich mit seinen/ihren Verletzungen. Daher unterliegt diese Arbeit auch einem strengen Datenschutz. Entsprechend wird mit therapeutischen Inhalten seitens der Psychotherapeuten auf professioneller Ebene bspw. der Fallarbeit und Supervision umgegangen. Privat reden Psychotherapeuten daher in der Regel nicht über ihre Klienten.
Wenn sie über ihre therapeutische Arbeit reden (wie in diesem podcast), dann tauchen die KlientInnen/PatientInnen nur als allgemeiner, typisierter und konkret nicht nachvollziehbarer Ansprechpartner auf. Das läßt das Gespräch über die psychotherapeutische Arbeit für den Zuhörer gelegentlich abstrakt und unzugänglich erscheinen und erzeugt den verständlichen Wunsch nach „Beispielen“. Psychotherapeutisch stellt sich die Frage, ob die Nutzung von Beispielen der je individuellen KlientInnen- und PatientInnensituation und damit dem authentischen Verstehen dieser einmaligen Situation gerecht werden kann. Oder ob es nicht eher um etwas anderes gehen könnte: Den KlientInnen- und PatientInnenrahmen so offen zu halten, dass die Zuhörerin/der Zuhörer angeregt wird, ihn für sich selbst und vor ihrem/seinem eigenen Hintergrund hilfreich weiterzuentwickeln.
